Wohin mit dem Protest? Vom Tahrir-Platz zu Pussy Riot: Formen und Motive des globalen Protests

 Donnerstag, 29. November 2012, 20.00 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin, Eintritt frei
Release polar 13 („Aufstand“): Lesung – Diskussion – Konzert – Party
Wohin mit dem Protest? Vom Tahrir-Platz zu Pussy Riot: Formen und Motive des globalen Protests
In vielen Regionen der Welt nehmen die Jungen das Heft in die Hand, um Diktaturen zu stürzen oder Reformen zu erzwingen. Im „arabischen Frühling” wurden Regime mit Mut, Leidenschaft und Kreativität zu Fall gebracht. Aber auch in anderen Regionen und Ländern – Tel Aviv, Athen, Madrid, Moskau, Santiago de Chile, ja: sogar Stuttgart – stehen die Menschen auf. Eine neues globales 68?
Auch in den wohlhabenden Gesellschaften des Westens wächst unter dem Druck der Wirtschafts- und Finanzkrise der Widerstand – mit Blick auf die soziale Frage, aber auch mit Blick auf demokratische Beteiligung. Doch inwieweit lassen sich diese verschiedenen Phänomene auf einen gemeinsamen Nenner bringen? Wo lassen sich Verbindungen erkennen, wo Gegensätze, wo Missverständnisse?Wir fragen bei der Release-Veranstaltung nach den Formen und den Motiven des globalen Protests. Wir lassen uns zur politischen Lage aus den verschiedenen Regionen berichten. Ausgehend von Pussy Riot fragen wir nach den Möglichkeiten und den Problemen der künstlerischen Intervention. Und ausgehend von zeitgenössischen intellektuellen Positionen fragen wir nach der Wegen und Irrwegen der wissenschaftlichen Intervention.

polarkreis e.V. feiert die 13. Ausgabe in den Sophiensaelen mit Lesung, Podiumsdiskussion Konzert und Party. Wir freuen uns auf interessante Gäste und ein tolles Konzert von unserem Redakteur, dem großartigen Johannes von Weizsäcker von The Chap. Ein Abend über den neuen Protest, seine Gründe und seine Ziele, über Aufstände und Zwergenaufstände, über die Kraft der künstlerischen Intervention, über Negation, Alternativen und die Zukunft unserer Demokratie.

 

Lesung:

Daniel Hoevels (Deutsches Theater): Schlussmonolog aus ,Capitalista Baby‘

 

Diskussion:

Micha Brumlik (Publizist), Tobias Weihmann (Internetaktivist), Regina Kreide (Philosophin) u.a.

Moderation: Peter Siller / Bertram Keller (polar)

 

Konzert:

Johannes von Weizsäcker (The Chap) solo

 

im Anschluss Party

mit Jens Friebe vom polar-DJ-Team

 

 

Daniel Hoevels, 1978, studierte von 1997–2000 Politische Wissenschaften in Berlin und erhielt 2001–2004 seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Von 2004–2009 war er Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg. Dort arbeitete er in zahlreichen Inszenierungen mit den Regisseuren David Bösch, Jorinde Dröse, Andreas Kriegenburg, Stephan Kimmig, Jette Steckel, Armin Petras und Nicolas Stemann. Seit der Spielzeit 2009/10 ist er Ensemblemitglied am Deutschen Theater und hier u.a. in der Inszenierung ‚Diebe‘ von Andreas Kriegenburg, ‚Maria Stuart‘ in der Regie von Stephan Kimmig, ;Jochen Schanoote‘ von Frank Abt und in ,Capitalista Baby‘ und ,Demokratie‘ von Tom Kühnel und Jürgen Kuttner zu sehen.

Micha Brumlik ist Publizist und Professor am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Daneben leitete er von Oktober 2000 bis 2005 als Direktor das Frankfurter Fritz Bauer Institut, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust.

Tobias Weihmann, 1980, freischaffender Softwareentwickler, interessiert sich besonders für die Anwendung neuer Medien im zivilgesellschaftlichen Bereichs. Studierte Russisch und Belarussisch während eines zweijähigen Aufenthaltes in Minsk und schloss dabei Kontakte zu lokalen Initiativen. Beratung und Organisation von Seminaren für belarussische und russische Aktivisten und NGOs, u.a. zu den Themen Datensicherheit, Visuelle Kommunikation und kreative Taktiken im Netz. Wohnt jetzt in Berlin und Vilnius, ist Mitglied der deutsch-belarussischen Gesellschaft und des Büros für Antipropaganda, organisiert und unterstützt Treffen für Belarussen und Belarusfreunde, darunter einen Kongress der Diaspora in Berlin. Arbeitet zusammen mit Künstlern und Menschenrechtlern an einer interaktiven Karte der politischen Repressionen in Belarus.

Regina Kreide ist Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an derJustus-Liebig-Universität Gießen. Zahlreiche Publikationen zu Gerechtigkeits- und Demokratietheorie. Zuletzt: „Demokratie und Gerechtigkeit in Verteilungskonflikten“(Hrg, mit Claudia Landwehr und Katrin Toens), Baden Baden 2012.

Jens Friebe studierte Musikwissenschaft, Anglistik und Philosophie und spielte in Bands wie Bum Khun Cha Youth und Parka. Bislang sind von Jens Friebe 4 Soloalben erschienen. Neben seiner Tätigkeit als Solokünstler spielt Jens Friebe Schlagzeug bei der Berliner Band Britta und ist als Journalist und Autor tätig, unter anderem für Intro & Hommage.

Johannes von Weizsäcker, 1973, ist Popmusiker, Filmkomponist und freier Autor. Seit 2002 ist er Mitglied der Band The Chap. Er lebt in London und Berlin. Zuletzt erschien von The Chap “We are Nobody” bei Lo Records.

Peter Siller ist leitender Redakteur der Zeitzschrift polar.  Er ist Leiter der Abteilung Inland der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin.  Zuvor Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M.und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis.

Bertram Keller ist leitender Redakteur der Zeitschrift polar, Jurist und Philosoph. Er unterrichtet an der Universität Rostock und arbeitet als politischer Berater und Autor in Berlin. Neben Büchern liebt er den Tango und eine Bildhauerin.

 

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