Going Public – Über die Schwierigkeit einer öffentlichen Aussage

9.11.2012 – 10.11.2012, GfZK-1
Abschlusskonferenz
kuratiert von Katalin Erdödi, Julia Kurz, Vera Lauf, Barbara Mahlknecht, Ksenija Orelj, Katharina Schniebs, Olga Vostretsova und Franciska Zólyom

Im Frühjahr 2012 initiierte das Goethe-Institut das Projekt “Going Public – Über die Schwierigkeit einer öffentlichen Aussage”. Beteiligt waren Litauen, Belarus und Kaliningrad, die eines beispielhaft zeigen: Die politischen und ökonomischen Transformationsprozesse in den postsozialistischen Ländern Europas sind noch lange nicht abgeschlossen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich hier politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen und damit die Möglichkeiten eines zivilgesellschaftlichen Engagements denkbar unterschiedlich entwickelt. In diesem Spannungsfeld finden zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler zu immer neuen Ausdrucksformen und Taktiken, um sichtbar zu werden und auf öffentliche Belange Einfluss zu nehmen.

Im Rahmen von „Going Public“ fanden zwischen April und Oktober 2012 zahlreiche künstlerische Interventionen in Klaipeda, Minsk und Kaliningrad statt; die Veranstaltung am 9. und 10. November 2012 in Leipzig bildet nun den Abschluss des Projektes.
Die Konferenz bietet einen konzentrierten Blick auf die sehr unterschiedlichen Bedingungen in den drei Regionen, um eine Öffentlichkeit herzustellen: Welchen Spielraum gibt es, um Debatten auszulösen, und vor welchen Konsequenzen muss man sich schützen? Wie verhalten sich kritische Öffentlichkeiten vor Ort zu denjenigen, die sich im Exil, außerhalb der jeweiligen politischen Systeme, formieren? Welche Rolle nehmen künstlerische Strategien ein, die mit Präsenz und Absenz spielen?

Zur Konferenz sind zahlreiche KünstlerInnen und TheoretikerInnen aus Belarus, Litauen und Kaliningrad/Russland nach Leipzig eingeladen, um diese Fragen für ihre Region zu diskutieren und eigene Initiativen vorzustellen – unter anderem Oleg Blyablyas (St. Petersburg), Anna Karpenko (Kaliningrad), Marina Naprushkina (Minsk/Berlin), Almira Ousmanova (Minsk/Vilnius), Lena Prents (Vilnius/Berlin), Mikhail Gulin (Minsk), Olga Rybchinskaya (Minsk) und Sergei Shabohin (Minsk).

Einladung zur Konferenz “Gong Public”
Programm
Pressemitteilung Going Public

Im Rahmen der Konferenz wird auch die parallel zum Projekt entstehende Publikation „WELL CONNECTED: Producing Publics – Presence as a Strategic Tool?“ (mit Beiträgen von David Riff, Oleg Blyablyas, geheimagentur, Janna Graham, Anna Karpenko, Oliver Marchart und Nora Sternfeld, Marina Naprushkina, Almira Ousmanova, Olga Rybchinskaya, Sergej Shabohin/ArtAktivist, Ula Tornau und Joanna Warsza) präsentiert.

„Going Public – Über die Schwierigkeit einer öffentlichen Aussage“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts Litauen in Zusammenarbeit mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, dem Projekt Well Connected der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, dem Zentrum für Zeitgenössische Kunst Vilnius, demKulturkommunikationszentrum Klaipeda, der Europäischen Humanistischen Universität in Vilnius, der Galery Y in Minsk, dem Museum für Moderne Kunst Minsk, dem Staatlichen Zentrum für Zeitgenössische Kunst (Baltischer Zweig) in Kaliningrad und der Klasse für Mass Media Research und Kunst im öffentlichen medialen Raum (Prof. Günther Selichar), Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

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