Die neue Intoleranz/ 22. Mai 2015, n.b.k. Berlin

Die neue Intoleranz – Wo die künstlerische Freiheit stirbt, ist auch die Demokratie bedroht

Allianz Kulturstiftung zusammen mit Neuer Berliner Kunstverein n.b.k.

Freitag, 22. Mai 2015, von 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr (MESZ)

In Europa wurden in diesem Jahr KünstlerInnen und JournalistInnen wegen Karikaturen ermordet, die hiernach keine nordamerikanische Zeitung zu publizieren wagte. Rechtspopulistische Parteien und Regierungen fordern immer lauter eine Kunst, die „patriotisch“ sein oder den „Sitten und Gebräuchen“ ihrer Länder entsprechen soll: In Ungarn hetzte ein Kulturbeauftragter der Regierung öffentlich gegen die Kultur von Juden, Moslems und „Schwuchteln“. In der Türkei soll ein staatlicher „Kunstrat“ künftig über die Förderung von Theaterstücken, Kinofilmen, Ballett- oder Operninszenierungen entscheiden. In Russland werden Film- und Fernsehproduktionen einer als „Sittlichkeitsprüfung“ getarnten Zensur unterzogen. In China, dem Iran und anderen Regionen gilt bei religions- oder regimekritischer Literatur und Kunst ohnehin null Toleranz. Wie begegnen AutorInnen, KünstlerInnen und KuratorInnen der Beschneidung ihrer Freiheiten? Wo liegen die Grenzen künstlerischer Provokation? Darf die westliche Auffassung von künstlerischer Freiheit und Satire universelle Geltung beanspruchen? In welchem Maße haben die Finanzkrise und politischer Druck die Unabhängigkeit von KünstlerInnen und Kultureinrichtungen eingeschränkt oder den Einfluss von privaten MäzenInnen und SponsorInnen erhöht?

Mit: Daniel Birnbaum (Moderna Museet), Chris Dercon (Tate Modern), Johannes Ebert(Goethe Institut), Mathias Énard (Schriftsteller), Parastou Forouar (Künstlerin), Veronica Kaup-Hasler (steirischer herbst), Frank Madlener (IRCAM), Marina Naprushkina(Künstlerin), Johan Simons (Ruhrtriennale), Dirk Snauwaert (Wiels), Najem Wali (Publizist und Schriftsteller), Christina Weiss (Kulturstaatsministerin a.D.), Jae-Hyun Yoo (Künstler und Kurator) u.a. Gäste.
Moderation: Annemie Vanackere (HAU – Hebbel am Ufer) und Holger Liebs (Monopol)

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.

In Kooperation mit der Zeitschrift Monopol.

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