Deutsch für Asylbewerber, 2016
Video, 2 min.
Ab ihrem ersten Ankunftstag in Deutschland müssen die Geflüchteten lernen “zu funktionieren”. Alle Termine müssen rechtzeitig absolvieret werden, nötige Papiere, Atteste und Zeugnisse müssen besorgt und aufbewahrt werden. Man wird von einer Behörde zu der anderen weitergereicht, man wird erzogen und diszipliniert. Wer nicht aufpasst, riskiert den letzten nach der Flucht übergebliebenen Status, den des Asylbewerbers, zu verlieren. 
Die deutsche Sprache spielt im System solcher Integration eine zentrale Rolle. Der Asylbewerber, der kein Deutsch spricht, wird nicht gehört, auch wenn er fließend Englisch kann. Dieses Deutsch, mit welchem die Geflüchteten in Berührung kommen, umfasst ein bestimmtes Vokabular. Dadurch wird der Neuankommende über die wichtigsten Tugenden der deutschen Gesellschaft und Funktionen der staatlichen Institutionen belehrt und bekommt zu spüren, was man von ihm erwartet.
“A” wie Arbeit, “G” wie Gestattung”, “M” wie “Maßnahme” und “Minijob”, “W” wie “warten”. Die Wörter werden zur Projektionsfläche, die Deutschland und die deutsche Sprache in der Zeit der sogenannten Flüchtlingskrise zeigen.

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